WAS IST REINRAUMKLEIDUNG?

In Reinräumen muss eine besondere Berufs- und Arbeitskleidung getragen werden, die höchsten Ansprüchen an Hygiene genügt. Reinräume müssen so partikelfrei wie möglich gehalten werden, um Kontaminierungen zu vermeiden. Um in diesen sensiblen Bereichen sicher arbeiten zu können, ist spezielle Schutzkleidung erforderlich – die sogenannte Reinraumkleidung oder auch Reinraumbekleidung.

 

Wo kommt Reinraumkleidung zum Einsatz?

Reinraumkleidung kommt in Krankenhäusern, Operationssälen und Behandlungszimmern in Arztpraxen ebenso zum Einsatz wie in sensiblen Bereichen in Laboren oder in der Elektrotechnik. Geeignete Reinraumbekleidung soll aber nicht nur den Reinraum selbst und die dort befindlichen Menschen und Produkte vor Kontamination durch Tröpfchen, Staub, Hautschuppen usw. schützen. Vielmehr soll sie auch ihren Träger vor möglichen Infektions- und Verletzungsgefahren schützen.

 
Je nach Reinraumklasse kommt spezielle Reinraumkleidung zum Einsatz:

Reinraumklasse gemäß
ISO 14644 8 7 6 5
GMP D C   A/B
 
Bekleidung
Baretthaube x
Handschuhe x x x x
Mantel x
Mundschutz x x
Overall x x x
Überstiefel x x
Überschuhe / Überstiefel x x
Vlieshaube (Einweg) x x x x
Vollschutzhaube x x x
Zwischenbekleidung Shirt x x x
Zwischenbekleidung Hose x x x x

 

Was zeichnet Reinraumbekleidung aus?

Reinraumbekleidung wird über der Straßen- oder Arbeitsbekleidung getragen und soll Reinräume, Geräte, Produkte und Menschen vor Kontamination oder Ansteckung schützen. Hergestellt wird diese hochspezifische Berufskleidung zumeist aus synthetischen und komplett flusenfreien High-Tech-Fasern. Diese Fasern sind in der Lage, auch kleinste Partikel zurückzuhalten und Kontaminationen bzw. Übertragungen vorzubeugen. Die Kleidung zeichnet sich durch einen sehr geringen Abrieb aus.

In sensiblen Bereichen, in denen höchste Ansprüche an Hygiene und Übertragungsschutz herrschen, gewährleistet Reinraumkleidung ein hygienisches, sicheres und steriles Arbeiten. In Räumen, in denen mit hochwertigen und empfindlichen technischen Geräten gearbeitet wird, kommt Reinraumkleidung zum Einsatz, die sich nicht elektrostatisch auflädt. Diese Anforderungen erfüllt zum Beispiel ESD-Bekleidung, die über einen leitfähigen Carbonanteil verfügt.

 

Schutzkleidung gegen Kontamination

In Reinräumen ist zumeist der Mensch die gefährlichste Kontaminationsquelle. Um diese Gefahr zu mindern, wird hochwertige Reinraumkleidung eingesetzt. Reinraumkleidung gibt es als Einwegkleidung, die nach dem Gebrauch sofort entsorgt wird. Sie ist aber auch in Form von steriler Mehrwegkleidung erhältlich, die nach dem Tragen wieder gereinigt und in keimfreien Zustand versetzt wird.

Um eine perfekte Reinraumtauglichkeit herzustellen werden bei der Fertigung produktions- und raumspezifische Besonderheiten berücksichtigt. Während für Reinraumkleidung im medizinischen Beriech vor allem der Infektionsschutz im Vordergrund steht, bietet Reinraumkleidung für sensible Produktionsbereiche aus der Elektrotechnik einen zusätzlichen Schutz vor statischer Aufladung.

 

Woran erkenn man gute Reinraumkleidung?

Über die Qualität von Reinraumbekleidung gibt unter anderem die ISO Klasse Auskunft. In technischer und gewebespezifischer Hinsicht sollte Reinraumkleidung über ein gutes Partikelrückhaltevermögen verfügen. Außerdem sollte sich das Gewebe so wenig wie möglich aufrauen oder abreiben.

Will man Reinraumkleidung in Räumen mit sensiblen technischen Geräte bzw. Materialien nutzen, sollte man sich über die elektrostatischen Eigenschaften der Bekleidung informieren und darauf achten, dass die Bekleidung über eine antistatische Zusatzausstattung verfügt. Wenn die Reinraumbekleidung wiederverwendbar sein und in sterilen Bereichen genutzt werden soll, muss sie unbedingt sterilisierfähig sein. Wichtig ist des Weiteren ein gutes thermostatisches Verhalten des Gewebes, damit seine Schutzfunktion auch bei Extremtemperaturen erhalten bleibt.

Schließlich sollte die Reinraumbekleidung robust, reißfest und optimal dekontaminierbar sein. Nicht vernachlässigen sollte man zudem den Tragekomfort, denn schließlich handelt es sich um Arbeitsbekleidung, in der alle erforderlichen Arbeitsgänge ohne Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit ausgeführt werden müssen.